• SvenMB

Noch 5 Tage

In genau 5 Tagen ist die erste Station der Austrian Indoor Trophy 2020 voll im laufen und die ersten Punkte sind bereits vergeben.

Heute laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, die meisten Teams haben ihre Nennungen bereits abgegeben. Kommt noch jemand, oder können wir die Startlisten schon herrichten? Wir lassen uns überraschen. Bisher haben wir 99 Nennungen aus dem Burgenland, aus Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, Wien, Tschechien, der Slovakei, Ungarn und Slowenien. Eine großartige Teilnehmerzahl, mit der so ein Event riesig viel Spaß macht.

Vor circa einem Jahr hatten wir ein "Tür und Angel" Gespräch mit der Geschäftsführenden Präsidentin des Österreichischen Rollsportverbandes über die Zielgruppe dieser Rennserie. Es klang dabei heraus, dass der Schwerpunkt eher nicht Kinder sein sollen, sondern Erwachsene. Die Erfolge der Wiener Mannschaft in den letzten beiden Durchgängen der AIT basieren massiv auf der hohen Zahl Kinder und die voraussichtlichen Teilnehmerzahlen dieses Jahres zeigen, dass es sich heute strukturell nur sehr schwer darstellen lässt, eine solche Rennveranstaltung mit dem Focus "Jugendliche und Erwachsene" durchzuziehen.

Wir haben dieses Jahr ein Bild, das im vergangenen Jahr schon ähnlich ausgesehen hat. Die Peaks in den Kinder-Altersklassen haben sich halt nur ein kleines Stück zum höheren Alter hin verschoben. Die Altersgruppe 15-29 Jahre ist sehr, sehr dünn und hinten raus bei den Masters 30+, wo in der jüngeren Vergangenheit noch ein größerer Teilnehmeranteil war, flacht die Kurve immer weiter ab, da offensichtlich immer mehr "altgediente" Speedies für sich entschieden haben, dass sie eine Altersgrenze zum aufhören erreicht haben. Wir haben eine Lücke von 25+ Jahren! Bei der hier betrachteten Grundgesamtheit wird die Altersgruppe der 15 bis 18 jährigen (aus Österreich) von genau 2 Athletinnen und einem Athleten abgedeckt, in der Altersgruppe der 19-29 jährigen komme ich, nur Österreich betrachtet, auf 2 Athletinnen und 4 Athleten. Die Struktur unserer Gäste aus dem benachbarten Ausland lässt vermuten, dass die Problematik dort ähnlich gelagert ist. 70% aller Teilnehmer ist <15 und das ist die Zielgruppe, an der wir und für die wir weiter arbeiten müssen, die wir weiter aufbauen müssen. Zum einen um die 10-14 Jährigen bei der Stange zu halten und zum anderen um von den jüngeren Kindern wieder Speed-Nachwuchs heranzuführen.

In Wien ist eine Grundlage des momentanen Erfolges ganz wesentlich eine Verschiebung des "Recruitings" des Nachwuchs weg von "Wir suchen Speedskater" hin zu "Wir suchen Inlineskater". Wir haben damit eine Basis von Kindern (und hoffentlich zukünftig auch Erwachsenen), die "kommen und gehen", von denen aber auch immer wieder der/die eine oder andere den Schwenk hin zum Speed schafft. Die Suche nach explizit Speedskatern hat in der Vergangenheit nicht sehr gefruchtet. Eine weitere Grundlage ist die sehr gute Zusammenarbeit von Inline-Speedskating und Shorttrack Eisschnelllauf, eine Win-Win-Situation für den ÖISC Wien und den ERC Wien. Unsere logistische Herausforderung besteht aber leider zum einen darin, genügend Übungsleiter aufzustellen, um das notwendige Angebot kompetent beschicken zu können, und zum anderen in der mangelnden Verfügbarkeit von Trainingsstätten, sei es für Roll- wie auch für Eis-Training. Unser großer Wunsch ist eine Halle , in der Fun Kids und Speed Kids am selben Standort, parallel oder zeitversetzt, trainieren können und sich gegenseitig wahrnehmen können. Anders funktioniert es nur sehr schwer. Hier sehe ich neben uns als Verein auch die Sportfach- und Dachverbände in der Pflicht, da wir in vielen Hallen nicht skaten dürfen und die Kosten, die dabei entstehen, von Vereinen in einer Rand-Rand-Sportart nur schwer gestemmt werden können.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass schlicht und edel fast keine Erwachsenen der "Seniors" und der "Masters" Klassen mehr da sind, auf die man eine Veranstaltung wie die AIT ausrichten kann. Wir haben zumindest in Wien einen schönen Aufschwung im Nachwuchsbereich und glücklicherweise auch eine kleine aber aktive Masters Gruppe, die mit viel Herz und Zeiteinsatz bei der Sache ist und für Special Events wie die AIT immer zu haben ist. Wir, und damit meine ich alle Vereine in Österreich, müssen aber den Focus auf den Nachwuchs richten, und das nicht nur mit dem Kids Cup, um die kleine Flamme, die wir alle haben, am leben zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dafür bedarf es in den Vereinen hochengagierter Mitglieder und vor allem auch Eltern der Kinder, die hinter dem Sport stehen müssen und zum aktiven Vereinsleben dazugehören und beitragen. In Wien machen wir zudem die Erfahrung, dass wir mit "Rollschuhfahren" bei weitem nicht die selben Mitglieds- und Trainingsbeiträge einheben können wie Fußballer, Turner, Cheerleader, Schwimmer und andere Massensportarten. Eine ständige finanzielle Gratwanderung, aber der bereits erwähnte derzeitige sportliche Aufschwung bei den Kids zeigt, dass wir nicht ganz falsch liegen. Derzeit ruht er schwer auf den Schultern einiger weniger, wir freuen uns über jede weitere unterstützende Schulter. Die Zukunft gehört dem Nachwuchs.

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